So funktioniert der Test
Der Test füllt deinen ganzen Bildschirm nacheinander mit je einer Vollfarbe. Sieben Farben laufen in fester Reihenfolge: Rot, Grün, Blau, Weiß, Schwarz, Gelb und Magenta. Weitergeschaltet wird alle fünf Sekunden, oder früher, wenn du tippst oder die rechte Pfeiltaste drückst. Fordert dein System reduzierte Bewegung an, wartet der Test auf dich. Sieh dir jede Farbe erst aus normalem Abstand über das ganze Panel hinweg an und geh dann an jede Stelle heran, die dir auffällt. Ein Pixel, der auf allen Seiten dieselbe Farbe behält, ist defekt.
Jede Farbe hat einen Zweck. Die drei Grundfarben isolieren einen einzelnen ausgefallenen Subpixel: Ein Punkt, der nur auf der roten Seite auftaucht, bedeutet, dass der rote Subpixel dort nicht leuchtet. Weiß zeigt tote Pixel, die schwarz bleiben, weil sie keinen Strom bekommen. Schwarz zeigt hängende Pixel, die rot, grün, blau oder weiß leuchten, weil ein Subpixel dauerhaft an ist. Gelb und Magenta steuern zwei Subpixel gleichzeitig an und finden damit auch einen Subpixel, der nur schwach ist statt ganz tot.
- Reinige zuerst den Bildschirm. Ein Staubkorn sieht genauso aus wie ein toter Pixel.
- Dreh die Helligkeit hoch und schalte Blaulichtfilter und Nachtmodus aus.
- Am Handy einmal ins Querformat drehen, damit du auch den Bereich um die Notch abdeckst.
An deinem Bildschirm wird nichts gemessen und nichts irgendwohin geschickt. Die Seite zeichnet Farben, den Rest macht dein Browser lokal.
Was das Ergebnis bedeutet
Die Ergebniskarte zählt, wie viele der sieben Farben du dir angesehen hast. Das eigentliche Ergebnis ist das, was du gesehen hast:
- Auf keiner Farbe ein Punkt. Dein Panel ist sauber. Staub und eingetrocknete Wassertropfen sehen aus wie Defekte, also wisch mit einem trockenen Mikrofasertuch nach und wiederhole den Test, wenn du unsicher bist.
- Ein schwarzer Punkt auf Weiß und auf allen anderen Farben. Das ist ein toter Pixel. Per Software ist da nichts zu reparieren.
- Ein farbiger Punkt auf Schwarz. Das ist ein hängender Pixel. Der lässt sich oft beheben, siehe unten.
- Ein Punkt, der nur auf einer Grundfarbe erscheint. Ein Subpixel ist ausgefallen. Hersteller zählen das je nachdem, ob er dauerhaft an oder aus ist, als hellen oder als dunklen Punkt.
- Ein blasser Fleck, der wandert, wenn du daneben drückst. Das ist eine Druckstelle von einer Hülle oder einer Tasche, kein Pixelfehler. Solche Stellen verschwinden manchmal von selbst.
Was du gegen einen hängenden Pixel tun kannst
Hängende Pixel sind die einzige Sorte, bei der du selbst etwas versuchen kannst. Lass ein schnell wechselndes Farbmuster zehn bis zwanzig Minuten über der Stelle laufen; das rasche Umschalten kann den Subpixel aus seinem eingefrorenen Zustand holen. Manche massieren die Stelle bei schwarzem Bildschirm vorsichtig mit einem weichen Tuch, aber bei Notebooks und Handys ist das riskant und wir raten davon ab. Ist der Pixel nach zwei Versuchen noch da, betrachte ihn als dauerhaft.
Tote Pixel lassen sich nicht wiederbeleben. Die einzigen Auswege sind ein Panel-Tausch oder damit leben.
Wann du zurückgeben oder Gewährleistung beanspruchen solltest
Teste ein neues Gerät noch am Tag der Lieferung mit der kompletten Sequenz, bevor du irgendetwas installierst. Bei einer Online-Bestellung hast du 14 Tage Widerrufsrecht und brauchst keinen Grund zu nennen; bei Amazon.de, im Media-Markt- oder Saturn-Onlineshop läuft das über dein Kundenkonto. Beim Kauf im Laden gibt es dieses Recht nicht, dort entscheidet die Kulanz des Händlers. Der Widerruf ist in jedem Fall deutlich einfacher als ein späterer Gewährleistungsfall.
Für einen Gewährleistungsfall zählst du die Defekte auf der weißen Seite (dunkle Punkte) und auf der schwarzen Seite (helle Punkte) getrennt, notierst ihre Position und fotografierst sie mit einem zweiten Handy. Hersteller bewerten Panels nach den Pixelfehlerklassen der ISO 9241-307: Klasse I erlaubt gar keinen Fehler, Klasse II deckt die meisten Consumer-Monitore und Notebooks ab und toleriert einige Punkte pro Million Pixel. Dell und Eizo geben auf viele Modelle eine Null-Pixelfehler-Zusage und tauschen schon bei einem einzigen hellen Punkt, also lohnt sich Nachfragen immer.
Gegenüber dem Händler hast du zwei Jahre Gewährleistung, und in den ersten zwölf Monaten wird vermutet, dass der Mangel von Anfang an da war. Wiederhole den Test deshalb nach ein paar Monaten noch einmal. Pixel fallen oft im ersten Jahr aus, und dass du es innerhalb der Frist merkst, zählt mehr als der Test selbst.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem toten und einem hängenden Pixel?
Ein toter Pixel bekommt keinen Strom und bleibt auf jeder Farbe schwarz, auch auf Weiß. Ein hängender Pixel wird versorgt, steckt aber in einem Zustand fest und zeigt deshalb eine einzelne Farbe, meist Rot, Grün oder Blau. Am besten siehst du ihn auf Schwarz. Hängende Pixel erholen sich manchmal, tote nie.
Kann dieser Test meinen Bildschirm beschädigen?
Nein. Der Test zeigt nur Vollfarben, also genau das, was dein Bildschirm tausendfach am Tag macht. Es blinkt nichts, es gibt kein hochfrequentes Muster und es wird nichts in das Panel geschrieben. Bei OLED solltest du eine helle statische Farbe nicht stundenlang stehen lassen, ein paar Minuten sind harmlos.
Warum sehe ich einen Punkt nur auf einer Farbe?
Jeder Pixel besteht aus einem roten, einem grünen und einem blauen Subpixel. Ist ein Subpixel tot, sieht der Pixel auf den Farben gut aus, die ihn nicht brauchen, und falsch auf denen, die ihn brauchen. Ein Punkt, der nur auf Rot erscheint, heißt also: Der rote Subpixel leuchtet nicht.
Wie viele Pixelfehler deckt die Garantie ab?
Das hängt vom Hersteller und von der Pixelfehlerklasse des Panels nach ISO 9241-307 ab. Klasse II ist bei Consumer-Geräten der Standard und erlaubt je nach Fehlertyp mehrere helle oder dunkle Punkte pro Million Pixel, bevor getauscht wird. Marken wie Dell und Eizo geben auf viele Modelle eine Null-Pixelfehler-Zusage und tauschen schon bei einem einzigen Punkt. Lies die Richtlinie zu deinem genauen Modell, bevor du den Support kontaktierst.
Soll ich Vollbild nutzen und die Helligkeit hochdrehen?
Ja. Das Vollbild blendet die Browser-Oberfläche aus, sodass das ganze Panel sichtbar ist, und mehr Helligkeit lässt dunkle hängende Pixel auf Weiß deutlicher hervortreten. Reinige den Bildschirm vorher: Staub und Fingerabdrücke sind die häufigsten Fehlalarme.