Welcher Test passt
Die Bildschirmtests lassen sich in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe füllt den gesamten Bildschirm mit einer einheitlichen Fläche, damit du dir das Panel selbst ansehen kannst. Der Pixelfehler-Test schaltet durch sieben Farben und ist der schnellste Weg, einen hängenden oder dunklen Pixel zu finden. Weißer Bildschirm, Schwarzer Bildschirm und Farbiger Bildschirm geben dir eine Fläche, die du so lange betrachten kannst, wie du willst: Weiß zeigt Staub, dunkle Pixel und einen ungleichmäßigen Farbstich, Schwarz zeigt hell hängende Pixel und wie tief das Schwarz wirklich ist, und reines Rot, Grün oder Blau lässt nur einen Subpixel leuchten, sodass du erkennst, welcher ausgefallen ist.
Die zweite Gruppe ist für Fehler, die nur unter bestimmten Bedingungen sichtbar werden. Der Backlight-Bleeding-Test nutzt Schwarz und zwei fast schwarze Graustufen im dunklen Raum, mit einem Countdown von dreißig Sekunden zur Adaption, und zeigt Licht, das an den Rändern eines LCD austritt. Der Burn-in-Test zeigt sechs Farben langsam im Wechsel, damit der Schatten einer Taskleiste, eines Logos oder eines Senderlogos auf einem OLED- oder Plasma-Panel sichtbar wird.
Die dritte Gruppe misst Bewegung. Der Bildwiederholraten-Test zählt Frames und gibt die Rate in Hz aus. So fällt ein 144-Hz-Monitor auf, der unbemerkt mit 60 Hz läuft. Der FPS-Test zeigt die Frames pro Sekunde ohne Last, mit mittlerer oder mit hoher Last, und der Motion-Blur-Test schiebt eine gestreifte Kachel neben einer stillstehenden Kopie über den Bildschirm, damit du Schlieren und Ghosting mit eigenen Augen siehst.
So bekommst du ein verlässliches Ergebnis
Reinige zuerst den Bildschirm, denn ein Staubkorn sieht auf Weiß genau wie ein toter Pixel aus. Stell die Helligkeit auf deinen üblichen Wert, schalte Nachtmodus und Blaulichtfilter aus und schließe andere rechenintensive Tabs, bevor du einen Bewegungstest startest. Für Bleeding und Burn-in dunkelst du den Raum ab und gibst deinen Augen Zeit, sich anzupassen, sonst bleibt ein schwaches Leuchten unsichtbar. Für die Bildwiederholrate am Notebook steckst du das Netzteil ein, weil der Energiesparmodus das Panel oft auf 60 Hz festhält.
Schau frontal und mit etwa einer Armlänge Abstand auf den Bildschirm. Ein Schimmer, der mitwandert, wenn du den Kopf bewegst, ist IPS-Glow und gehört zum Paneltyp. Ein heller Fleck, der an seiner Stelle bleibt, ist Bleeding.
Was als Mangel zählt
Ein einzelner toter Pixel mitten im Bild ist bei einem neuen Gerät eine Meldung wert. Ob Hersteller oder Händler ihn als Mangel anerkennen, hängt oft von der Pixelfehlerklasse nach ISO 9241-307 ab, die im Datenblatt steht; online gekauft kannst du innerhalb der 14 Tage Widerrufsrecht ohnehin ohne Begründung zurückgeben. Leichter Glow in den Ecken eines IPS-Panels bei vollem Schwarz im dunklen Raum ist normal und fällt meist nicht unter die Gewährleistung. Eine Bildwiederholrate weit unter der beworbenen liegt fast immer an einer Einstellung, einem Kabel oder dem Energiemodus, prüfe also diese Punkte, bevor du den Monitor verdächtigst. Notiere, was du gesehen hast und wann, und wiederhole denselben Test im Geschäft oder beim Service.
Häufige Fragen
Welchen Bildschirmtest sollte ich bei einem neuen Monitor oder Notebook zuerst machen?
Beginne mit dem Pixelfehler-Test, denn ein defekter Pixel fällt am schnellsten auf, und bei einem Online-Kauf läuft das Widerrufsrecht nur 14 Tage. Danach folgt der Backlight-Bleeding-Test im abgedunkelten Raum, zum Schluss der Bildwiederholraten-Test, um zu sehen, ob das Panel mit der Rate auf dem Karton läuft. Alle drei zusammen dauern keine fünf Minuten.
Kann eine Webseite meinen Bildschirm wirklich messen?
Zum Teil. Der Bildwiederholraten-Test und der FPS-Test zählen die Frames, die der Browser tatsächlich zeichnet. Das ist eine echte Messung, auch wenn Browser und Energiesparmodus sie deckeln. Pixel, Bleeding, Burn-in und Bewegungsunschärfe kann keine Webseite auslesen: Diese Tests zeigen das passende Bild an, und deine Augen urteilen.
Funktionieren die Tests auch auf Handys, Fernsehern und OLED-Panels?
Ja, in jedem aktuellen Browser auf jedem Bildschirm, also auch auf Smartphone, Tablet, im Browser eines Smart-TVs und auf OLED-Monitoren. Für OLED eignet sich der schwarze Bildschirm am besten, weil ein echt schwarzer Pixel abgeschaltet ist. Im TV-Browser kann die Bildwiederholrate 60 Hz zeigen, obwohl das Gerät 120 Hz kann, denn viele TV-Browser rendern mit 60.
Können die einfarbigen Bildschirme mein Display beschädigen?
Nein. Ein paar Minuten eine einzige Farbe sind für jedes Panel ganz normale Nutzung, auch für OLED. Einbrennen entsteht durch dasselbe helle Motiv über Hunderte Stunden, nicht durch einen kurzen Test. Lass die Helligkeit auf einem angenehmen Wert und beende den Test danach: Die Vollbild-Tests schließen mit Esc, dem Schließen-Knopf oder einem Wisch nach unten, Bildwiederholraten-Test und FPS-Test laufen in einem Panel auf der Seite.